Prozessanalyse

Sowohl innerhalb klinischer Primärprozesse als auch innerhalb beschaffungsorientierter Workflows stehen die beteiligten Akteure einer immensen Komplexität gegenüber. Ein intelligentes Workflowmanagement sowie das gezielte „Re-Design“ von Prozessen ist ohne intelligente IKT Unterstützung kaum mehr möglich. Im Rahmen des Projektes „Standards zur Unterstützung von eCommerce im Gesundheitswesen“ sollen sowohl medizinische als auch angeschlossene Beschaffungsprozesse erfasst, modelliert und neu konzeptioniert werden.


Rathmer

Alfons Rathmer, Inhaber AR Consulting (eCG-Projektbeauftragter BVMed):

„Die erfolgreiche Implementierung akteursübergreifender elektronischer Prozesse erfordert grundsätzlich ein hohes Qualitätsniveau im Stammdatenbereich. Nur auf Basis qualitativ hochwertiger Stammdaten können durchgängige, elektronische Prozesse im betrieblichen Alltag bestehen."

Eine wesentliche Bestrebung besteht in der regelhaften Verbindung dieser beiden Prozesswelten auf Ebene von Prozessmodellen und Systemlandschaften. Ausgehend von der medizinischen Behandlung des Patienten im Krankenhaus sollen die Voraussetzungen für akteurs-, bereichs- und systemübergreifende Workflows geschaffen werden. Die Möglichkeiten eines bilateralen Informationsaustausches zwischen den Bereichen „eCommerce“ und „Medizin“ sind hierbei ein integraler Bestandteil der konzeptionellen Vorgehensweise.


Prof. Otten

Prof. Dr. Hubert Otten, Hochschule Niederrhein (eCG Projektleitung):

„Die Verbindung logistischer und produktorientierter Prozesse mit medizinischen Behandlungsabläufen auf Grundlage vernetzter Standards minimiert Schnittstellenprobleme und ermöglicht damit die Optimierung der klinischen Supply-Chain."

Letztlich ist es geplant den interessierten Anspruchsgruppen sowohl grafische Prozessmodelle als auch zugehörige konzeptionelle Beschreibungen zur Verfügung gestellt. Die erzielten Ergebnisse finden zusätzlich direkten Eingang in die eCG-Orientierungshilfen in Form des IHE-Implementierungsleitfadens. Eine unmittelbare Rückkopplung zwischen realer Praxis, konzeptionellen Optimierungsmöglichkeiten und daraus resultierenden Empfehlungen sichert die betriebliche Umsetzbarkeit der Ergebnisse.

Exemplarische Ergebnisse im Bereich Prozessanalyse:

  • IST-Analyse der Prozesslandschaften bei relevanten Akteuren (Kliniken, Medizinprodukteindustrie, Einkaufsgemeinschaften, Provider, etc.)
  • Erste Verbindungen von medizinischen Primärprozessen und angeschlossenen beschaffungsorientierten Prozessen im Rahmen einer SOLL-Konzeptionierung
  • Ableitung von USE-Cases für den interoperablen Einsatz von eStandards im Kontext der SOLL-Konzeptionierung

Ausblick:

  • Ausbau der bisherigen SOLL-Konzeptionierung als Basis der regelhaften Verbindung von medizinischen und beschaffungsorientierten Prozesswelten
  • Ausweitung der Analysen auf weitere Terminologien und Klassifikationen
  • Integration von IKT-Komponenten und eStandard-Lösungen in die Prozesskonzeption
  • Umsetzung exemplarischer IKT- Prozesse im eCG-Democenter

Sollten Sie sich über die aktuellen Projektergebnisse im Bereich der Semantik Prozessanalyse wollen, so finden Sie diese in detaillierterer Form in unserem eCG-Wiki. Bei Rückfragen und Kontaktwünschen zögern Sie nicht die Projektverantwortlichen des eCG-Projektes zu kontaktieren.